Dem Geschädigten steht für die Zeit, in der er das Fahrzeug wegen eines Unfallschadens nicht nutzen kann (entweder bei Fahrunfähigkeit des Fahrzeuges ab Unfall, sonst für die Zeit des Werkstattaufenthaltes) eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung zu. Ebenso kann er für diese Zeit einen Mietwagen in Anspruch nehmen, wenn pro Tag mindestens durchschnittlich 20 km mit dem Mietfahrzeug gefahren werden.

Falls es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt, wird dem Geschädigten in der Regel ein Zeitraum von 10 -14 Kalendertagen zugebilligt, in der ein Ersatzfahrzeug gesucht und angemeldet werden kann.

Diese Frist wird verlängert durch den Zeitraum vom Unfall bis zum Erhalt eines eingeholten Schadensgutachtens über die Höhe der Reparaturkosten bzw. des Wiederbeschaffungswertes zzgl. einer Überlegungsfrist von drei Tagen. In dieser Überlegungsfrist hat man die Möglichkeit sich zu entscheiden, ob man das Fahrzeug doch reparieren will oder sich ein neues sucht.

Sollte diese Suche sich dann als besonders schwierig erweisen oder andere Gründe an einer zügigen Neubeschaffung hindern, so kann dieser Zeitraum auch eventuell verlängert werden.

Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden ist der Geschädigte grundsätzlich gehalten, den Preis für die Ersatzbeschaffung zunächst aus eigenen Mitteln oder durch Kreditaufnahme/Überziehung des Kontos zu finanzieren.

Sollten weder Eigenmittel noch die Möglichkeit einer Kreditaufnahme möglich sein, so muss dies sofort der Versicherung mitgeteilt werden.

 

Zum Nachweis der fehlenden Finanzierungsmöglichkeit ist der Geschädigte nicht verpflichtet, eine Verdienstbescheinigung oder ähnliches vorzulegen, die Kreditunwürdigkeit muss nicht glaubhaft gemacht werden.

Dennoch ist es ratsam, geeignete Belege beizufügen oder zumindest anzubieten. Außerdem sollte ausdrücklich mitgeteilt werden, dass der Unfallwagen nicht fahrbereit ist und eine Reparatur technisch und/oder finanziell nicht in Betracht kommt.

 

Wenn nicht abzusehen ist, dass eine Regulierung durch die Versicherung noch lange Zeit andauern wird, so ist der Geschädigte auch nicht verpflichtet, eine eventuell bestehende Vollkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 24.05.2011, Az: I – 1 U 220/10, VA 2011, 164).