Als Angehöriger einer Wohnungseigentümergemeinschaft sollte man sich davor hüten, eigenmächtig bauliche Massnahmen am Gemeinschaftseigentum durchzuführen. Das gilt jedenfalls dann, wenn es keinen entsprechenden Beschluss der Eigentümer (WEG) gibt, diese aber zuvor über das Thema gesprochen haben.

Zwei Probleme stellen sich dem einzelnen Eigentümer: Zum einen ist er alleine nicht befugt, derartige Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen. Er macht sich ggfs. sogar schadensersatzpflichtig. Zum anderen kann er nach entsprechenden Massnahmen von der Gemeinschaft auch nicht verlangen, dass ihm die Kosten dafür erstattet werden.

Nach Auffassung Landgerichts Frankfurt am Main (Az. 2-13 S 151/13, Urt. v. 02.03.2016) steht dem Eigentümer kein Zahlungsanspruch wegen der Balkonsanierung aus „Geschäftsführung ohne Auftrag“ zu, da er mangels entsprechenden Beschlusses nicht im mutmaßlichen Interesse der Eigentümer handelte. Auch eine „ungerechtfertigte Bereicherung“ der Gemeinschaft sieht das Gericht nicht, weil der Eigentümer durch sein eigenmächtiges Handeln vereitelt hat, dass die Gemeinschaft alternative günstigere Sanierungsmaßnahmen oder ein günstigeres Gesamtpaket zur Sanierung aller Balkone beschließt.

Als Teil einer WEG ist man Teil einer Gemeinschaft. Daher wird auch gemeinsam entschieden. Schon um Streit zu vermeiden, sollte man sich daran halten.